1.Was ist “The Project Justine – train the trainer”?

 

Das "The Project Justine" hat das Ziel, Menschen in Entwicklungsländern eine Berufsausbildung oder berufliche Weiterbildung zu geben. Nach dem Prinzip "Train the Trainer" soll ein Bildungs- und Kulturzentrum, eine Begegnungsstätte in Benin, Westafrika, geschaffen werden. Junge Menschen sollen hier aus- und weitergebildet werden, um ihr erworbenes Wissen anschließend weiter zu geben.

 

Wichtiges Ziel ist, die Menschen – vorwiegend Frauen - für den internationalen Markt aufzustellen, damit ihre gute Arbeit geschätzt und die in Afrika hergestellten Produkte auch in aller Welt ihre Käuferinnen finden. Die Ausbildung wird so gestaltet, dass jede / jeder nach Abschluss eigenes Einkommen generieren kann. Neben dem Schneiderhandwerk sollen später auch andere Disziplinen gezielt und nachhaltig vermittelt werden.

 

Langfristig soll das Zentrum von Beninern selbst geführt werden.

 

 

2. Wo und wann wurde das Justine-Projekt gestartet?

 

Mit einer Kontinent-verbindenden Idee traten 2011 die Schwestern Marie und Rahmée an. Durch eine Menge Kreativität wurde das klassische bayrische „Dirndl“ das „Dirndl á l’Africiane“: farbenfrohe afrikanische Stoffe wurde in bayrischen Dirndl geschneidert. Die zwei Afrikanerinnen trafen 2012 Marianne Dötzer und Alice Sücker, die mit ihrer ONG WEMA Home e.V. in Benin Schneiderinnen ausbildeten. Schnell wurde ein Ausbildungsplan für eine afrikanische Schneiderin in die Realität umgesetzt. Eine Schneiderin aus Benin – namens Justine – kam im Winter 2012 nach München zur „Meister“-Ausbildung. So konnte schon bald mit einer Kochschürzen-Produktion in Benin begonnen werden.

 

2015 – nach der zweiten Ausbildung von Justine in Bayern – konnte die erste Kollektion in Benin angefertigt und in München verkauft werden. Diese Kollektion fand sehr großen Anklang.

 

 

3. Die Menschen hinter der Kontinent-verbindenden Idee

 

Die beiden Schwestern Marie und Rahmée wuchsen in Kamerun mit einem syrischen kurdischen Vater und einer kamerunischen Mutter auf, wurden französisch und englisch erzogen und leben seit über 20 Jahren in Deutschland. Marie Darouiche, seit 45 Jahren Schneider-Designerin, hatte die Idee für NOH NEE Dirndl á l'Africaine. Ihre Schwester Rahmée Wetterich arbeitet seit 25 Jahren als Innenarchitektin und ist seit 6 Jahren erfolgreich mit dem Modelabel NOH NEE.

 

Marie leitet das Atelier. Mit ihrem Team ist sie für Entwurf und Fertigung zuständig. Rahmée leitet das Label NOH NEE. Und die zwei Schwestern wollten nicht nur Mode kreieren, sondern auch etwas bewegen. So entstand die Idee zum Projekt Justine, um Frauen in Afrika in ihrem Land zu stärken und unabhängig zu machen.

 

 

4. Wer ist Justine?

 

Justine Tchilalou Payarou – 40 Jahre alt – ist im Norden von Benin in Natitingou zu Hause. Sie ist verheiratet und hat eine Tochter.

 

Natitingou ist die Hauptstadt des Departments Atakora in Benin. Die Stadt hat ca. 35.000 Einwohner und liegt im Nordwesten Benins am Fuße der Atakora-Kette. Natitingou ist der Eingang zum großen Wildschutzgebiet Pendjari Nationalpark, hat einen großen zentralen Markt, ein Museum, zwei Krankenhäuser, ein Kino sowie einen Flugplatz. Bekannt sind die Tata-Somba genannten Wohnburgen in der Region. Östlich der Stadt liegen die Kota-Wasserfälle, südlich der botanische Garten von Papatia.

 

Justine ist diplomierte Schneiderin und hat in mehrmaligen Aufenthalten in München ihre „Meister-Ausbildung“ bei NOH NEE absolviert, ausgebildet von Marie Darouiche. Sie ist die Namensgeberin des Projektes und die Partnerin in Benin. Nach dem ersten erfolgreichen Produkt der Koch-Schürzen ist im Frühjahr 2016 die erste Mode-Kollektion „NOH NEE BENIN“ entstanden und nicht nur bei NOH NEE in München verkauft worden.

 

Die Kollektion für 2017 ist entworfen und geschneidert. Bei dieser Arbeit gibt Justine ihr neues Wissen und ihre Erfahrung an Auszubildende weiter. Eine Mitarbeiterin aus München hat sie dabei über Monate in ihrem Atelier in Natitingou begleitet.

 

 

5. Weshalb trägt das Projekt den Namen "The Project Justine"?

 

Die Gallionsfigur des Projektes ist die Schneiderin Justine aus Benin. Mit Justine wurde ein Beispiel kreiert, dabei konzentriert sich die fundierte Schneider­ausbildung auf die Person Justine. „The project Justine – train the trainer“ steht somit exemplarisch für alle weiteren Menschen, die in Zusammenarbeit mit dem Projekt lernen und damit unabhängig werden – egal, ob es nun Schneiderinnen oder andere Berufe sind. Damit kann man sagen: Justine steht für „selbstbestimmtes Leben“.

 

 

6. Das Projekt soll wachsen

 

Das Project Justine soll wachsen. Man mag es vergleichen mit einem Baum, einem Baobab: gemeinsam wurde ein Baobab gepflanzt, mit gemeinsamer Fürsorge wird dieser Baum groß und stark. Und schon heute ist dieser Baum in der Lage, Früchte zu tragen, sie abzuwerfen, um an anderen Stellen wieder eingepflanzt zu werden und neu zu wachsen. So können bald neue Früchte an ganz anderen Stellen geerntet werden.

 

Justine ist unser Muster für die Zukunft, es ist ein Experiment. Justine wird „geklont“ und bringt Ausbildung, Selbständigkeit und Unabhängigkeit – und damit ein selbstbestimmtes Leben.

 

Wir brauchen in unserer Welt diese Visionen und Verbindungen, wir brauchen diese Begegnung mit gemeinsamer „Befruchtung“, gegenseitigem Lernen und Handeln.

 

 

7. Was uns reizt, ist die Verbindung zweier Kulturen

 

Afrikanisches Land trifft auf Bayern. Kann das passen? Die Antwort ist ja - und wie das passt. Diese Fusion findet man in den Dirndln, Kleidern, Jacken, den Hosen, die mit bunten Waxstoffen designt sind und so die Kulturen aus Bayern und Benin, Afrika miteinander verweben. Und diese kulturelle Fusion lieben nicht nur die Münchner.

 

Die Kontinente – besser die Menschen - werden stärker mit einander verbunden. Wir entdecken gemeinsam die wunderbaren afrikanischen Materialien – nicht nur den Waxprint – des Kontinents. Afrika hat diese hohe Begabung und Verbindung zur Natur, dies spiegelt sich z.B. in faszinierender Batik aus Ghana und Kenté, den handgewebten Stoffen aus Ghana wider. Aus Europa kommen Know how und skills. Dies miteinander zu verweben ist unser Auftrag und unsere Mission und Vision.

 

Und für diese Vision und Verbindung der Kontinente stehen Marie und Rahmée persönlich: Rahmée schafft den Spagat zwischen Afrika und Europa gut, Marie ist etwas introvertierter. Dafür verstehen sie sich blind. Sie haben zur gleichen Zeit die gleichen Empfindungen und dieselbe Richtung, in die sie gehen möchten.

 

 

8. Schauen wir in die Zukunft

 

Um die Vision der Verbindung der Kulturen mit Leben zu erfüllen, soll ein Bildungs- und Kulturzentum in Natitingou errichtet werden. Menschen begegnen sich, tauschen sich aus, lernen voneinander und erkennen und identifizieren Gemeinsamkeiten.

 

Diese gegenseitige „Befruchtung“ soll in der Ausbildung in unterschiedlichsten Berufen geschehen, Veranstaltung von Workshops, Einrichtung von Café und Internetcafé und Veranstaltung von Konzerten. Wir planen für die Zukunft Schaffung von Ausbildungsplätzen, eine Schlafstätte für Gäste und Auszubildende und vieles andere mehr.

 

 

Im Bildungs- und Kulturzentrum mögen sich die afrikanische und westliche Kultur auf Augenhöhe näherkommen, sich gegenseitig schätzen lernen und dabei ist jeder, den es interessiert, herzlich willkommen!

 

KontaKt

THE PROJECT JUSTINE - train the trainer e.V.

Agricolaplatz 7

80687 München

 

E-Mail: theprojectjustine@nohnee.com