Detaillierte Projektbeschreibung

Projektübersicht

ENTWURF

Inspiriert durch die traditionelle Bauweise der Lehmhäuser „Tata Somba“, entstand die Idee jeder Nutzungseinheit ein eigenes kleines Gebäude zuzuordnen. Resultat ist ein Entwurf mit dorfartiger Struktur, einem zentralen Brunnen, Schattendächern und Bäumen, die zum Verweilen einladen und Austausch und Kommunikation fördern. Um die Gebäude herum verläuft eine Mauer, die einerseits einen Schutzaspekt ausstrahlt, zum anderen aber durch Perforationen und teilweiser filigraner Ausführung Einblicke gewährt.

STÄDTEBAULICHES KONZEPT

Ein zentraler Platz mit einem Brunnen und Bäumen ist öffentlich zugänglich und bildet das Bindeglied zwischen dem halböffentlichen Bereich des Nähateliers und des privaten Bereiches der Apartments.

Ziel ist es, Begegnungsräume zu schaffen und Austausch zwischen den Menschen und Kulturen zu fördern. 

Die Wasserversorgung wird durch eine Tiefenbohrung in einem ersten Bauschritt vorgezogen erstellt. Eine Entnahmestelle außerhalb der Einfriedung stellt das Wasser der umliegenden Gemeinde zur Verfügung. 

Ebenfalls auf dem Grundstück angedacht sind kleinere Nutzflächen, auf denen Obst und Gemüse angebaut werden können.

KONSTRUKTION UND MATERIALITÄT

Die verwendeten Materialien sind regional erhältlich, dauerhaft und erlauben die Einbindung örtlicher Handwerker. Alle Gebäude stehen auf einem Sockel aus Naturstein, wodurch die darauf platzierten Außenwände aus zementgebundenen Lehmziegeln vor Nässe geschützt werden. Die Dachkonstruktion besteht aus einer geschlossenen Staubdecke und einem Raumfachwerk aus Stahl mit aufliegendem Trapezblech.

DIE FENSTERVERSCHATTUNG

Eine Besonderheit des Entwurfes bilden die eigens entwickelten Fensterelemente: Stahlrahmen mit eingebauten, drehbaren Rahmen im Inneren, werden vom Schlosser vorgefertigt und müssen auf der Baustelle nur noch in die Fensteröffnungen eingepasst werden. 

Die drehbaren Rahmen selbst werden mittels bunter Stoffe, Gräsern oder Blumen bekleidet und schaffen sich somit eine individuelle, angenehme und fröhliche Atmosphäre.

Baubeschreibung

Das Berufs- und Ausbildungszentrum ist in zwei Bereiche gegliedert, die unterschiedlichen Nutzungen dienen. Arbeits- und Seminarbereich, sowie den Wohn- bzw. Appartementbereich.

Im Näh- und Seminarbereich ergänzen sich die ausgewiesenen Funktionen Nähatelier, Laden, Seminar- und Aufenthaltsbereiche zu einem vielseitig – auch veränderbar – zu nutzenden Raumkomplex.

Arbeiten, lernen, präsentieren und gemeinsames Verbringen von Pausen und freier Zeit verknüpfen sich zu einem lebendigen Miteinander. Gleichzeitig sind aber alle Bereiche erlebbar so voneinander getrennt, dass gegenseitige Störungen vermieden werden.

Alle Räume sind einfach in ihrem Aufbau, dass so Nutzungsanpassungen, Zwischen- und Umnutzungen leicht vorgenommen werden, und somit leicht sich ändernden Nutzungsbedingungen angepasst werden können. 

Auch im Wohnareal bietet die Konfiguration der Häuser sowohl die individuelle Rückzugsmöglichkeit als auch das gesellige Beisammensein in der offenen Küche und im lockeren Innenhof an.

Die Appartements können sowohl von ortsnichtansässigen Nutzern des Zentrums als auch von externen Besuchern und Gästen gleichermaßen und wechselnd genutzt werden. 

Die Bereiche des Nähateliers und des Wohnens sind über einen offenen Bereich des Grundstücks zwar voneinander getrennt, die Art der Anordnung der Häuser und z.B. die einander zugewandten halböffentlichen Nutzungen sollen aber auch eine Verbindung zwischen beiden Zonen und damit den unterschiedlichen Akteuren im Zentrum (Näherinnen, Seminarveranstaltern und –teilnehmer, Kunden und Gästen u.v.m.) ermöglichen und fördern. 

Die Funktionen im Einzelnen

  • Arbeits- und Seminarbereich, Nähatelier mit Lager

Laden

Seminarräume

Küche und Aufenthalt

halböffentlicher Innenhof 

Stube des Wachmanns 

  • Wohnbereich

8 Appartements

Wohnung Betreuer

Außenküche mit Lager

Pförtnerbüro

privater Innenhof 

  • Freibereiche

Beete, Klein-Landwirtschaftliche Flächen

Schattenbäume 

Parkplätze 

Konzeption des Areals 

Konfiguration der einzelnen Gebäude in offenen Clustern

  • schrittweise Zonierung zwischen öffentlich, halböffentlich und privat bis Individual-Rückzug
  • hohes Aneignungspotential durch individuelle Inbesitznahme bzw. frei definierbaren Nutzungen und Nutzungsatmosphären
  • klar begrenzte Gesamteinheit, gleichzeitig differenzierte Bereiche
  • schützende Umgrenzung des Grundstücks (Mauer, Zaun) aber gleichzeitig auch semitransparente Öffnung nach außen mit kontrollieren Einblicken nach innen.

Konzeption der Gebäude 

Alle Gebäude sind in gleicher, einfacher und leistungsfähiger Struktur aufgebaut.

  • definierte Nutzungszuweisen
  • gleichzeitig leichte Umnutzung möglich da nutzungsoffen
  • einheitliche Struktur für sichtbares “Markenbild”

Energetische Konzeption 

  • Schwere, temperaturausgleichende Materialien
  • leichte Dachkonstruktion mit geringer Wärmeaufnahme
  • hinterlüftete Schattendächer für guten Wärmeabzug 
  • Staubdecken zum Schutz des Nähateliers
  • Fensterelemente mit Metall-Flecht-Schattenflügel zur intensiven Querlüftung, äußere Verschattungselemente an den Traufen 
  • offene, beschattete Innenhofflächen und Aufenthaltspergolen

Konstruktion und Materialien 

Alle verwendeten Konstruktionen und Materialen sind ausgewählt nach der Möglichkeit des lokalen Handwerks und verfügbarer Materialien. 

  • Unterstützung lokaler Bautraditionen
  • Initiierung bzw. Unterstützung des lokalen Handwerks
  • Stützung heimischer Wirtschaft durch Verwendung lokal verfügbarer bzw. lokal herstellbarer Materialien 

Bodenplatten und Böden, Beton, Estrich, Naturstein

Fundamente nach örtlichem Erfordernis

Wände, Lehmbollen, in lokaler Fertigung, verputzt

Sockel aus Beton, armiert, Ringanker aus Beton, armiert

Staubecke (Nähatelier)

Hourdisdecken

Schattendächer, Fachwerk, verz. Stahlrohr, geschweißt 

Holzquerträger, Trapezblechdeckung, glänzend

Öffnungselemente, Klappläden aus Profilstahlrahmen 

mit Stoff bzw. Lastwagenplanen beflochten

Fensterbänke Holz bzw. Beton

Außenanlagen

Pflaster, Lehm- bzw. Betonsteinziegel, Kiesflächen

Mauer, zementgebundene Lehmziegel, durchbrochen

Zaun, Mauersockel als Pflanztrog Bambus-Rankstangen, Kletterpflanzen, Bougainvillea

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